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Rheinische Post: Kutten-Verbot ist allenfalls gut gemeint Kommentar Von Gerhard Voogt

Düsseldorf (ots) - Die meisten Kuttenträger, die in den einschlägig bekannten Rockerbanden organisiert sind, haben mit kitschiger Motorradromantik nichts zu tun. In NRW stehen die Klubs unter der Dauerbeobachtung der Polizei. Ihre Mitglieder begehen schwerste Straftaten. Sie kontrollieren das Rotlichtmilieu in vielen Städten, organisieren Menschenhandel, kontrollieren den Drogenhandel und setzen ihre Schutzgeld-Erpressungen mit brutaler Gewalt oft unter Einsatz von Schusswaffen durch. Der Kampf gegen die Banden erfordert Mut - und intelligente Konzepte. Ob das sicher gut gemeinte Kuttenverbot der Stadt Duisburg dazugehört, kann bezweifelt werden. Zum einen verschafft der Vorstoß dem Prozess gegen die Bandenchefs enorme Publicity. Einmal mehr stehen "Outlaws" im Rampenlicht und können sich - was sie nur allzu gerne tun - als böse Jungs inszenieren. Zum anderen drängt der Wirbel um das Kuttenverbot den Prozess in den Hintergrund. Zudem ist völlig unklar, ob die Verordnung der Stadt rechtlich haltbar ist. Sollte das Kuttenverbot gekippt werden, steht die Ordnungsbehörde als blamierter Verlierer da. Sollten sich die Rocker am Ende ins Fäustchen lachen, wäre das ein schlimmes Eigentor der Stadt.

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