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Rheinische Post: Euro-Dialektik Kommentar Von Reinhard Kowalewsky

Düsseldorf (ots) - Wie ist es zu verstehen, dass Deutschlands Börsenindex Dax gestern auf ein Vier-Monats-Hoch sprang, obwohl Spanien wohl unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen wird und obwohl die Ratingagenturen nun auch noch Slowenien als Sanierungsfall einstufen? Erstens zeigt sich, dass Europa keineswegs die Weltwirtschaft alleine bestimmt. Die gestern gemeldeten 160.000 neuen Jobs in den USA sind beispielsweise wichtiger als Turbulenzen im Miniland Slowenien mit nur zwei Millionen Einwohnern. Zweitens kann man nicht ausschließen, dass der Streit um die Euro-Rettung gut endet: Wirtschaftsliberale Kräfte speziell in Deutschland stemmen sich gegen immer weitere Hilfen für die schwächelnden Euro-Staaten, weil sie ein Fass ohne Boden befürchten - ein richtiges Argument auch der Bundesbank. Gleichzeitig scheinen zumindest zeitweise Hilfen für Spanien und einige andere Länder fast unverzichtbar, weil sie durch irrational hohe Zinsen immer weiter geschwächt werden. Wenn nun also die EZB als mittlere Linie anbietet, Staatsanleihen angeschlagener Länder zu kaufen, wenn diese Auflagen des Euro-Rettungsschirmes akzeptieren, könnte das - wie nun bei Spanien - der goldene Mittelweg sein.

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