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Rheinische Post: Kommentar: Gefahr für de Maizière

Düsseldorf (ots) - Innenminister Thomas de Maizière ist ein vernünftiger und nervenstarker Politiker. Beim Alarmismus, der derzeit die Republik heimsucht, muss er allerdings um seine Glaubwürdigkeit fürchten. Insbesondere muss sich der Minister fragen lassen, warum ihn seine Dienststellen so spät und so lückenhaft über die in jüngster Zeit aufgetauchten tatsächlichen und vermeintlichen Sprengstoff-Funde aufklärten. De Maizière hat seine Aufgabe ursprünglich richtig verstanden. Er wollte der umsichtige Sicherheitschef der Regierung sein, der unnötige Fehlalarme vermeidet und seine Regierungschefin nur bei wirklicher Gefahr frühzeitig unterrichtet. Im ernsten Fall der Paketbombe aus dem Jemen hat er die Kanzlerin nicht informiert. Sie bekam die Nachricht erst vom britischen Premier David Cameron, obwohl das verdächtige Paketstück in Köln/Bonn umgeladen wurde. Seitdem ist de Maizière verunsichert. So hat es beim eher harmlosen Zwischenfall in Windhuk zu lange gedauert hat, bis der Minister darüber informiert wurde, dass es sich offenbar um den Testlauf eines befreundeten Geheimdienstes gehandelt hat. De Maizière ist derzeit auf allen Kanälen präsent, aber nicht immer auf der Höhe der Information. Diesen Eindruck muss er schnell ändern, wenn er seine Reputation als kühl und umsichtig handelnder Innenminister nicht verlieren will.

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