Rheinische Post

Rheinische Post: Kommentar: Pflege-Irrtum

Düsseldorf (ots) - Wer kranke Angehörige pflegt, verdient alle Achtung. Pflegearbeit ist oft körperlich anstrengend und psychisch belastend. Häufig muss der Pflegende Tag und Nacht im Einsatz sein - und das über eine lange Zeit, was für Arbeitnehmer kaum zu organisieren ist. Daher ist es gut, dass sich Familienministerin Schröder Gedanken gemacht hat, wie die Gesellschaft Pflegende unterstützen kann. Nicht überzeugend ist, was dabei herausgekommen ist. Denn die Ministerin lädt das Problem einfach bei den Arbeitgebern ab. Die können nun sehen, wie sie den Rechtsanspruch auf eine zweijährige Pflegezeit organisieren. Das dürfte vor allem für viele kleine Betriebe ein Problem werden. Als Rot-Grün einst für junge Eltern einen Rechtsanspruch auf Teilzeit formulierte, hatte die Union noch aufgeschrien. Doch inzwischen ist es Mode geworden, allerlei sozialpolitische Geschenke zu Lasten der Betriebe zu verteilen. Den Sozialausgleich im Gesundheitsfonds? Sollen nach dem Willen der Bundesregierung die Betriebe organisieren. Fünf Monate Mutterschutz nach der Geburt des Kindes? Sollen nach dem Willen der EU die Betriebe bezahlen. Da darf man sich nicht wundern, wenn es unattraktiv wird, sozialversicherungspflichtige Jobs zu schaffen.

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Rheinische Post

Das könnte Sie auch interessieren: