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Rheinische Post: Terror vor der Tür Kommentar Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Ein Geheimdienst ist dann erfolgreich, wenn die Öffentlichkeit von seinen Erfolgen möglichst gar nicht erst erfährt. Dass die Informationen über geplante Attentate in Europa jetzt in die Medien gelangten, beruht daher vermutlich auf Kalkül. Nicht unbedingt jenes, das Kritiker jetzt sofort wittern werden: dass die Spione nämlich nur wieder einmal eine Gefahr beschwören, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Diesmal handelt es sich wohl eher um einen Akt der psychologischen Kriegsführung. Die zuletzt immer intensivere Jagd auf die führenden Köpfe der Taliban und der al Qaida beginnt nach Einschätzung der Experten die Islamisten zu destabilisieren. Dieser Effekt soll durch die Veröffentlichung von Fahndungserfolgen noch verstärkt werden. Gewiss, von einer unmittelbaren Anschlagsgefahr konnte wohl keine Rede sein. Aber soll man das beklagen? Oder nicht lieber froh darüber sein, dass die Pläne schon im Vorfeld aufgedeckt wurden? Wir müssen uns jedenfalls darüber im Klaren sein, dass es ohne die Arbeit der Geheimdienste, so sehr sie auch manchmal geschmäht und bespöttelt werden, mit ziemlicher Sicherheit auch in Deutschland schon blutige Terroranschläge gegeben hätte. Der Wille dazu war da, nur die Gelegenheit fehlte.

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