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Rheinische Post: Pillen mit teurer Nebenwirkung

Düsseldorf (ots) - Die Preisunterschiede zwischen Arzneimitteln in Deutschland und Schweden sind so gigantisch, dass sie nur eine Analyse zulassen: Die Deutschen kurieren sich mit völlig überteuerten Medikamenten. Bislang war dies eine Vermutung, für die es viele Einzelbeispiele als Belege gab. Mit dem Arzneiverordungsreport wurden die Unterschiede erstmals systematisch aufgelistet. Das war überfällig. Mit seinem Arzneimittel-Sparpaket ist Gesundheitsminister Philipp Rösler auf dem richtigen Weg. Nun muss er dafür sorgen, dass er die angepeilten zwei Milliarden Euro an Einsparungen pro Jahr auch tatsächlich erreicht. Die Widerstände sind groß. Aber der Vorwurf der Opposition, Rösler verwässere seinen Gesetzentwurf und knicke vor der Pharma-Lobby ein, ist nicht haltbar. Die Krankenkassen gehen davon aus, dass sie durch die neuen Preisverhandlungen ordentliche Einsparungen erzielen. In diesem Punkt zumindest muss man die FDP vom Vorwurf der Klientelpolitik freisprechen. Sie betreibt knallharte, staatliche Preisregulierung. Da springt eine Partei über ihren eigenen Schatten. Das ist, als würde die SPD die Rente mit 70 ausrufen. Der Arzneiverordnungsreport zeigt aber auch, dass Kostendämpfung nicht ausreicht. Die Preispolitik für Arzneien in Deutschland muss grundlegend reformiert werden.

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