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Rheinische Post: Sarrazins Verdienst Kommentar Von Gregor Mayntz

Düsseldorf (ots) - Wenn man die Sarrazin-Thesen auf das Sarrazin-Wirken in der Bundesbank anwenden würde, dann müsste man das Ergebnis dieser Untersuchung sicherlich mit dem provokanten Titel "Bundesbank schafft sich ab" überschreiben. Denn dass Sarrazin die Notenbank deutlich mehr kostet, als er für sie erwirtschaftet hat, liegt auf der Hand. Ja, das Missverhältnis dürfte deutlich größer sein als das zwischen dem, was die Migranten kosten, und dem, was sie erwirtschaften. Ob Sarrazins Monatspension nach Schätzungen nun 9000 oder 10.000 Euro beträgt, ist aus seiner Sicht inzwischen unerheblich geworden. Seine im und neben dem Amt als Bundesbanker recherchierte Streitschrift "Deutschland schafft sich ab", kommt bergeweise in die Buchhandlungen und hat Sarrazin bereits binnen zwei Wochen mehr an Tantiemen gesichert, als er mit dem Extra-Tausender aus Frankfurt jemals wird erhalten können. Es ging um Gesichtswahrung. Nicht um einen "goldenen Handschlag", wie jetzt die Opposition kritisiert. Das wäre eine üppige Abfindung gewesen, wie sie bei Spitzen- wie Normalverdienern üblich ist. Sarrazin indes wollte so behandelt werden, als hätte er seinen Vertrag bis 2014 erfüllt. Das ist die Aufregung nicht wert. Und schon gar nicht darf sie von der Auseinandersetzung um Sarrazins Thesen ablenken.

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