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Rheinische Post: Friedensschwüre

Düsseldorf (ots) - Nun sitzen sie also wieder beisammen am Verhandlungstisch, und binnen Jahresfrist sollen Israelis und Palästinenser sich zusammengerauft haben, so hat es US-Präsident Barack Obama verkündet. Der Wille mag ja Berge versetzen, aber haben die Konfliktparteien jenseits aller Friedensschwüre überhaupt den Willen, sich zu einigen? Man mag das bezweifeln. In Israel regiert Benjamin Netanjahu in einer Koalition mit Ultra-Religiösen, die jedes Zugeständnis ablehnen. Und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas kann eigentlich nur für das Westjordanland verhandeln, während im Gazastreifen die radikal-islamische Hamas jeden Kompromiss mit Israel ablehnt und seine Staatsbürger ermorden lässt. Und trotzdem gibt es da diesen Funken Hoffnung, dass die Welt am Ende doch eine Überraschung erlebt - nach Jahrzehnten der Enttäuschungen, in denen aber insgeheim immer weiter gefeilscht wurde. Die Unterhändler wissen, dass natürlich palästinensische Flüchtlinge nicht massenweise nach Israel zurückkehren können und dass Israel natürlich von der Maximalforderung des "unteilbaren Jerusalem" wird abrücken müssen. Die Lösungen liegen längst auf dem Tisch. Was fehlt, ist das Vertrauen. Das muss jetzt in Washington geschaffen werden.

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