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Rheinische Post: Kommentar: Atom-Chancen vertan

Düsseldorf (ots) - Die Bundesregierung war mit dem Ziel gestartet, ideologiefreie und marktorientierte Energiepolitik zu machen. Sie versprach, so lange an der Atomkraft als Brückentechnologie festzuhalten, bis diese verlässlich durch erneuerbare Energien ersetzt werden kann. Doch diesem Versprechen droht es zu gehen wie vielen anderen aus dem Koalitionsvertrag: Monatelang haben FDP und CDU über den richtigen Weg gestritten, das vernünftige Ziel umzusetzen. Seit die schwarz-gelbe Bundesratsmehrheit perdu ist, geht erst recht nichts mehr. Gleich neun Länder kündigten gestern Widerstand an. Nun kann die Kanzlerin schon froh sein, wenn sie für die Meiler eine Laufzeit-Verlängerung von zehn Jahren durchsetzen kann. Das ist - gemessen an den technischen Möglichkeiten und den ökonomischen Chancen - lächerlich wenig. Wie sagte selbst der Ex-Grüne Otto Schily? Wer Atomkraftwerke zu früh abschaltet, kann gleich Geld verbrennen. Da ist es klüger, wenn der Staat die Energiekonzerne auf sinnvolle Weise zur Kasse bittet. Zumal auch die Endlager-Frage nicht gelöst wird, wenn man früh abschaltet. Außerdem wird die Atomkraft weiter gebraucht: Auch in zehn Jahren sind erneuerbare Energien noch nicht Grundlast-fähig. Woher soll der Strom dann kommen? Aus französischen Meilern? Die Regierung hat durch ihr Zaudern Chancen vertan.

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