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Rheinische Post: Moskaus Iran-Kurs

Düsseldorf (ots) - Wenn alles nach den Plänen der iranischen Führung verläuft, geht in wenigen Wochen das erste Atomkraftwerk der islamischen Republik in Betrieb. Die Anlage wurde aus Russland geliefert, auch die Brennstäbe kommen von dort. Für eine Milliarde Dollar waren die Russen schnell bereit, mögliche Bedenken über Bord zu werfen. Und die gibt es: Die Anlage soll erklärtermaßen nicht nur der Stromerzeugung dienen. Der Iran will dort ein eigenes Programm zur Urananreicherung starten. Damit rückt das Kraftwerk ins Zentrum des Streits um das iranische Nuklearprogramm und den bösen Verdacht, das Land strebe insgeheim nach Atomwaffen. Russland, mit Rücksicht auf seine guten Geschäfte mit dem Iran, verteidigt Teherans Recht auf die zivile Nutzung der Atomenergie. Eine billige Ausrede. Die Hinweise auf ein geheimes Atomwaffenprogramm werden immer erdrückender. Unlängst hat deswegen der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen den Iran nochmals verschärft. Eine Entschließung, die Russland mitgetragen hat - um sie jetzt durch die Fertigstellung des Atommeilers zu unterlaufen. Ein fatales Signal an die Adresse eines Regimes, dass die Menschenrechte mit Füßen tritt und weiterhin offiziell die Vernichtung Israels predigt.

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