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Rheinische Post: Symbole helfen nicht weiter

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Thomas Reisener:

Die Forderungen nach einem schnellen Wechsel an der Duisburger Stadtspitze sind legitim: Viele erwarten, dass eine führende Figur die politische Verantwortung für die Loveparade-Tragödie übernimmt. Weil Politik immer auch eine symbolische Dimension hat. Und weil ein Rücktritt Sauerlands ein starkes Symbol des Bedauerns wäre - unabhängig von der Frage seiner persönlichen Schuld. Trotzdem gibt es keinen Anspruch der Öffentlichkeit auf ein solches Symbol. Sauerlands Kritiker müssen aushalten, dass der Duisburger Oberbürgermeister eine andere Auffassung von seinem Amt hat. Er will als gewähltes Stadtoberhaupt an der Aufklärung mitwirken. Bis er abgewählt wird. Oder bis ihm persönliche Schuld nachgewiesen wird. Das ist sein Recht. Wer es ihm abspricht, verkehrt die Verhältnisse: Symbolische Politik ist zwar wichtiges Beiwerk einer Medien-Demokratie. Aber Rechtssprechung und Wahlen sind ihre Grundlagen. Merkwürdig ist die Willkür, mit der Adolf Sauerland ins Zentrum der öffentlichen Kritik gerückt wird. Schließlich stellen etliche Dokumente und Zeugen auch die Rolle der Polizei in Frage. Wer auf der Grundlage dünner Fakten jetzt schon den Rücktritt von Sauerland einfordert, könnte also mit derselben Willkür auch den Rücktritt des Innenministers verlangen. Könnte. Aber wem würde das helfen?

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