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Rheinische Post: Kommentar: Krisen-Ökumene

Düsseldorf (ots) - Immerhin: "Die Ökumene lebt." Der Satz stammt von Erzbischof Robert Zollitsch, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Zollitsch hat ihn gestern gesagt, einen Tag vor dem Beginn des Ökumenischen Kirchentags heute in München. Mitten in der Missbrauchs-Krise, in einer Zeit des Umbruchs und der Ungewissheit treten Katholiken und Protestanten an, ihren Glauben zu feiern. Sie haben trotz alledem auch guten Grund dazu. Denn Zollitsch hat glücklicherweise recht. Die Ökumene lebt - im Alltag der christlichen Gemeinden, die ihren Glauben einer Welt verkünden, die davon immer weniger wissen will. Die Ökumene lebt in Zigtausenden konfessionsüberbrückender Ehen und Partnerschaften. Zwischen den Kirchen allerdings herrscht derzeit bestenfalls ökumenischer Stillstand. In diesem Sinne ist es schlecht, dass Zollitschs Nachricht überhaupt eine Nachricht ist. Es wäre schon ein Erfolg, wenn von München ein kräftiges Lebenszeichen der Ökumene ausginge, ein Signal, das nicht im Getümmel der (bitter nötigen) Missbrauchs- und Krisendebatte untergeht. "Damit ihr Hoffnung habt" ist das Motto des Kirchentags. Und Erzbischof Zollitsch hat auch gesagt: "Wir lassen uns nicht entmutigen." Immerhin.

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