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Rheinische Post: Billiges Fliegen

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Birgit Marschall:

Ein paar Tage durften sie nicht fliegen, und schon rufen die Luftfahrtgesellschaften nach Vater Staat: Der Finanzminister müsse den Airlines unter die Arme greifen, weil sie wegen der Vulkanasche nicht abheben durften und ihnen so Milliardenverluste entstanden. Die Subventionsmentalität deutscher Unternehmen kennt keine Grenzen, seit die Finanzkrise sämtliche Dämme hat brechen lassen. Die Bundesregierung, zumal eine schwarz-gelbe, darf solchen Forderungen nicht nachgeben. Andernfalls werden Unternehmen und Branchen die Regierung weiter ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Was spricht dagegen, auch die Reeder zu unterstützen, weil ihre Schiffe fortwährend von Piraten gekapert werden? Und warum sollten die Bauern bei schlechtem Wetter nicht neue Hilfen bekommen? Geradezu unverfroren sind die Hilferufe der Luftfahrtbranche auch aus anderem Grund: Anders als die Transporteure auf der Erde sind die Airlines ausgenommen von Treibstoffsteuern. Fliegen ist viel zu billig - vor allem im Vergleich zum Bahnfahren. Höchste Zeit ist es für die Einführung einer Kerosinsteuer auf europäischer Ebene. Ihr sollte sich die Bundesregierung nicht mehr weiter verschließen.

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