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Rheinische Post: Angst vor der Aschewolke

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Michael Bröcker: Die Bundesregierung handelt richtig und verantwortungsvoll, wenn sie im Streit zwischen Deutscher Flugsicherung und deutschen Fluggesellschaften sich an die Expertise der Sonderpolizei für den Luftverkehr hält. Bisher hat noch kein Luftfahrtinstitut nennenswerte Belege vorlegen können, dass ein Flug durch die Aschewolke in jedem Fall folgenlos bleibt. Im Gegenteil: Selbst Militärjets, die auf Patrouille durch die Vulkanasche rasten, stellten hinterher Schäden an den Triebwerken fest. Warum sollte die Politik dem - aus wirtschaftlichen Gründen sicher verständlichen - Drängen der Airlines nachgeben, wenn sie damit nur einen einzigen Passagier gefährdet? Erst wenn die Flugsicherung den Luftraum öffnet, gilt er als sicher. Im Katastrophenfall dürften die Finger schnell zur Politik zeigen. Die Flugsicherung ist eine hoheitliche Aufgabe, die Behörde im Bundesbesitz. So gesehen erinnert die Aschewolke-Diskussion an den Streit über die Schweinegrippe. Die damals durchgeführten, umfassenden Schutz- und Impfmaßnahmen werden zwar heute belächelt. Die Gefahr war nicht so groß wie befürchtet. Doch wäre es andersherum gewesen, hätten Politiker vieles erklären und Angehörge Trauerreden halten müssen. Dies will man auch jetzt verhindern. Man mag das Panik nennen. Vielleicht ist es einfach nur Vorsicht.

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