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Rheinische Post: Kommentar: Guttenberg zeigt Flagge

Düsseldorf (ots) - So schwer dürfte sich Karl-Theodor zu Guttenberg seine Aufgabe nicht vorgestellt haben, als er im Oktober 2009 das Amt des Verteidigungsministers übernahm. Doch nach den politischen Turbulenzen um den Angriff auf zwei Tankwagen bei Kundus hat er seine Souveränität zurückgewonnen. Auch gestern tat er das einzig Richtige: Nach dem erneuten tödlichen Angriff kehrte er sofort nach Afghanistan zurück, um im direkten Wortsinn an der Seite seiner Soldaten zu stehen. Der verunsicherten Truppe wird diese Geste ähnlich gut getan haben wie die ehrliche Trauerrede nach den letzten drei Todesfällen. Doch der CSU-Politiker belässt es nicht bei Symbolik: Er hat den Widerstand im Ministerium gebrochen, dem sein Vorgänger Franz-Josef Jung Schweigen über die Vorgänge in Afghanistan befohlen hatte. Jetzt wird deutlich: Die Lage wurde schöngeredet ein schwerer Fehler. Guttenberg packt die Missstände an, er beschafft den Soldaten die wirkungsvollen Waffen, die sie seit langem fordern. Zwar hat sich gestern gezeigt, dass auch bessere Ausrüstung keinen völligen Schutz bietet. Trotzdem ist optimales Gerät das Mindeste, was wir unseren Soldaten zur Verfügung stellen müssen. Ebenso wichtig aber ist unzweideutige politische Rückendeckung. Denn die jüngsten Hiobsbotschaften vom Hindukusch werden nicht die letzten sein. 2010 wird zum Schicksalsjahr in Afghanistan.

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