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Rheinische Post: Kommentar: Präsident Karsais riskantes Spiel

Düsseldorf (ots) - Afghanistans Präsident Hamid Karsai spielt riskant. Er hat nicht viele Trümpfe in der Hand. Karsai legt sich mit denen an, die sein Verbleiben im Amt militärisch garantieren. In der Taliban-Hochburg Kandahar heischt er um die Gunst derer, die ihn lieber heute als morgen aus Kabul verjagen wollen. Der Präsident sollte wissen, dass schon am nächsten Tag die radikalislamischen Taliban in den Amtsstuben stünden und die Macht übernähmen, wenn die Nato-Schutztruppe ihre Aufgabe durch sein Veto nicht erfüllen könnte und das Land frustriert nach mehr als acht Jahren verlassen sollte. Afghanistans Sicherheitskräfte sind noch längst nicht in der Lage, sich den Taliban auf Dauer zu widersetzen. Die radikalen Kräfte registrieren zudem genau, was politisch in den Ländern vorgeht, die Truppen an den Hindukusch geschickt haben. Dass sie in letzter Zeit verstärkt deutsche Soldaten ins Visier genommen haben, entbehrt nicht einer gewissen Logik. Deutschland ist drittstärkster Truppensteller nach den USA und den Briten. Der Einsatz ist hierzulande in der Bevölkerung alles andere als beliebt. Wer wie Karsai nun das westliche Militärengagement infrage stellt, untergräbt auch das Bemühen von Politikern hier, die Truppenentsendung verantwortungsbewusst begründen zu können. So betreibt er des Geschäft der Taliban. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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