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Rheinische Post: Job-Wunder

    Düsseldorf (ots) - Kommentar von Birgit Marschall

    ie tiefste Krise der Nachkriegszeit schlägt sich weiterhin nur in abstrakten volkswirtschaftlichen Daten zum Bruttoinlandsprodukt nieder, das 2009 vorübergehend ins Minus gerutscht war. Den deutschen Arbeitsmarkt lässt sie nach wie vor fast unberührt. Ökonomen sprechen längst vom deutschen Job-Wunder: Anders als in allen sonstigen Industrienationen hinterließ die Krise hierzulande kaum nennenswerte Spuren, nur 200x0f000 Stellen gingen seit dem steilen Absturz im Herbst 2008 verloren. Es ist nicht mehr nur die staatlich geförderte Kurzarbeit, die vor allem in der Industrie Entlassungen im großen Stil verhindert hat. Die Unternehmen nutzten auch jede tarifvertragliche Gelegenheit, die Arbeitszeiten vorübergehend zu verkürzen. Die Beschäftigten haben beispielsweise massiv Guthaben auf ihren Arbeitszeitkonten abgebaut. Inzwischen wittert die Wirtschaft wieder Morgenluft: Die Geschäftserwartungen haben sich aufgehellt, die Auftragsbücher füllen sich. Längst wissen die Unternehmen, dass Fachkräfte in Deutschland bald Mangelware sind. Am Arbeitsmarkt wird die Krise wie ein Lüftchen vorüberziehen: Tunlichst sollte die Regierung also davon absehen, die Kurzarbeit noch über das Jahr hinaus besonders zu fördern.

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