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Rheinische Post: Schlechtes in Erfurt Kommentar Von Reinhold Michels

    Düsseldorf (ots) - Man möchte gar nicht wissen, wie viel politisch-parlamentarische Reputation das elende Feilschen um Koalitionen in einem so zentral gelegenen Bundesland wie Thüringen kostet. Das Wahlrecht, das solche Händel, Vorsondierungen, Sondierungen, Gespräche, Verhandlungen immer häufiger befördert, müsste geändert werden. Aber das ist erfahrungsgemäß ein ähnlich frommer Wunsch wie derjenige, durch Thüringen möge ein Aufschrei der Vernünftigen gehen für die große Koalition und gegen ein politisch-ökonomisches Akrobaten-Trio mit der bestimmenden Linkspartei vorneweg. Warum verbittet sich das niemand in Erfurt, Weimar, Eisenach, Jena? Den Menschen geht es längst nicht so wohl, als dass irgendjemand glauben könnte, sie könnten solch dünnes Eis betreten. Erfurts Linksparteichef Bodo Ramelow will mit seinem raffiniert wirkenden Verzicht auf das Ministerpräsidenten-Amt und den Lockrufen nach einer großen Unbekannten als Kabinettschefin SPD und Grüne auf eine Leimrute kriechen lassen. Wenn Ramelow säuselt, es gelte "mit Rot-Rot-Grün ein neues Kapitel deutscher Politik zu eröffnen", muss man ihm antworten: Neues Kapitel? - das mit Sicherheit. Aber eines mit einer schlechten Story.

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