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Rheinische Post: Steuer auf Stühle

    Düsseldorf (ots) - Kommentar der "Rheinischen Post":

    Die Stadt Geldern hält sich selbst für ein schlechtes Beispiel, um das hemmungslose Abkassieren bei Gastronomen durch ein Rathaus zu belegen: Die jährliche Sondernutzungsgebühr für Außengastronomie beträgt drei Euro für die ersten 15 und 50 Cent für jeden weiteren Quadratmeter, also selbst bei einer üppig bemessenen Terrasse kaum 100 Euro pro Jahr  darüber würde jeder Großstadt-Wirt laut lachen. Tatsächlich ist die Stadt Geldern aber ein sehr gutes Beispiel für die falsche Denkweise, die hinter der Sondernutzungsgebühr steckt: An ihrem großen Marktplatz liegen sich zwei prägenden Immobilien gegenüber. Die eine steht bereits seit über einem Jahr leer (Woolworth), die andere (Hertie) wird gerade in den besenreinen Leerstand überführt. Was für Leben auf dem Gelderner Marktplatz sorgt, das sind nach dem Sterben der früheren Handels-Magnete vor allem die Terrassen der fleißigen Gastronomen mit ihrem abwechslungsreichen Angebot. Wer klug ist, tut alles, damit das so bleibt. Menschen, die sich gern in ihren Innenstädten aufhalten und bei schönem Wetter draußen einen Kaffee trinken, stellen zudem keine Sondernutzung einer Stadt dar. Sie zahlen dafür bereits reichlich Steuern. Für eine zusätzliche Steuer auf Stühle gibt es keinen Grund.

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