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Rheinische Post: Bye-Bye, Klinsmann

    Düsseldorf (ots) - von Martin Beils

    Von Visionen, von Philosophien war im Zusammenhang mit Jürgen Klinsmanns Bayern-Mission die Rede. Der Traum vom schönen Spiel hing am Namen des Märchenerzählers aus dem Fußball-Sommer 2006, der die Nation entzückte. Die Trennung vom früheren Bundestrainer hingegen lässt sich auf nüchterne Mathematik verkürzen. Drohenden Mindereinnahmen von 50 Millionen Euro, falls die Münchner die Champions League verpassen, stehen Abfindungen von zehn bis 20 Millionen Euro plus ein Honorar für Aushilfstrainer Jupp Heynckes gegenüber. Der frühere Bäckerbursche, der stets Wert aufs Geschäft legte, fällt einer schlichten kaufmännischen Überlegung zum Opfer. Mit derselben Brutalität, mit der "Grinsi-Klinsi" Personalentscheidungen umsetzte, entschied sich die Bayern-Führung jetzt gegen ihn. Die Münchner haben sich in Klinsmann getäuscht, er hat sich überschätzt. Er konnte seine Profis mangels eigener Fähigkeiten als Trainer nicht überzeugen. Und - anders als bei der Nationalelf - scharte er nicht Helfer um sich, die diesen Mangel kompensierten. Der Schlussstrich machte aber auch deutlich, dass sich Fußballfirmen nicht die Geduld für Entwicklungsprozesse nehmen.

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