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Rheinische Post: Die Kanzlerin macht ernst Kommentar Von Martin Kessler

    Düsseldorf (ots) - Der Gipfel in London soll eigentlich die Show des Barack Obama werden. Die Europäer vergöttern den neuen US-Präsidenten, die eigenen Regierungschefs werden zu Randfiguren. Inmitten des Obama-Fiebers platzierten Merkel und Sarkozy nun ihren Aufschlag, dass nur weltweit geltende Regeln für alle Akteure ein Desaster vom Ausmaß der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise künftig verhindern kann. Die Kanzlerin zeigt darin eine seltene Entschlossenheit. Sie bemüht dazu sogar ausgerechnet die alte Schröder-Achse Paris-Berlin-Moskau. Denn auch die Russen stehen hinter dem deutsch-französischen Ansatz. In der Sache hat Merkel Recht. Wer die Wirtschaft ausschließlich in Liquidität baden will wie die Amerikaner und Briten, wird am Ende Inflation, hohe Schulden und eine zerrüttete Währung ernten. Dollar und Pfund sind auf dem besten Wege dazu. Allerdings geht es nicht ohne die Führungsmacht USA. Am Ende bestimmen dann doch Obama und sein Kongress, wohin die Reise geht. Die Kanzlerin muss ihren markigen Worten jene Beharrlichkeit folgen lassen, auf die sie sich sonst immer so viel zugute hält. Sonst springt sie als Tigerin und landet unsanft als Bettvorleger. Ein Scheitern des Gipfels wiederum kann sie sich erst recht nicht erlauben.

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