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Rheinische Post: Prognose-Wettlauf

    Düsseldorf (ots) - Die Forscher liefern sich einen Wettlauf um die düsterste Wirtschaftsprognose. Vor allem zwei Banken tun sich hier hervor: Die Deutsche Bank erwartet ein Minus von über fünf Prozent, die Commerzbank hält sieben Prozent für möglich. Man könnte meinen, dass deren Chefvolkswirte mit ihren Horror-Prognosen von den Horror-Verlusten ablenken wollen, die ihre Kollegen im eigentlichen Bank-Geschäft produziert haben. Konjunkturprognosen sind keine Hexerei. Forscher leiten aus den normalen Zusammenhängen etwa zwischen Aufträgen und Wachstum in der Vergangenheit eine Vorhersage für die Zukunft ab. Nur: Diese Krise ist nicht normal. Sie ist historisch einmalig, weil weltweit Wirtschaft und Kreditvergabe eingebrochen sind. Dafür können die Forscher nichts. Für den verantwortungslosen Umgang mit der Lage aber schon. Statt die vorsichtigste Prognose zu nennen, verkünden viele lieber die Variante, die dicke Schlagzeilen bringt. Wer den Deutschen nur lange genug sagt, dass bald nichts mehr geht, wird auch noch die leidlich laufende Konsumnachfrage abwürgen. Dann wird am Ende tatsächlich nichts mehr gehen. Sich selbst erfüllende Prophezeiung, heißt das. Auf solche Propheten verzichten wir gerne.

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