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Rheinische Post: Kommentar: Klima - pragmatisch

    Düsseldorf (ots) - Ist Europa Musterschüler oder Maulheld? Das war die Kern-Frage beim Klima-Gezerre von Brüssel. Die EU hält an den weltweit ehrgeizigsten C02-Zielen fest. Sie schwächt aber mit dem Emissionshandel eines der Haupt-Instrumente, um diese zu erreichen   der Wirtschaft zuliebe. Das ist die Botschaft von Brüssel. Die Kanzlerin spielte Öko-Bremse und Kompromiss-Katalysator zugleich. "Madame Non" pochte auf weitreichende Entlastungen für die Industrie, gab aber an entscheidenden Stellen nach und erkaufte die Einigung mit Solidaritäts-Milliarden für Osteuropa. Das ist keine Sternstunde fürs Klima, aber eine pragmatische Balance zwischen Ökonomie und Ökologie erst Recht in Zeiten der Rezession. In der geplanten Rein-Form hätte der EU-Handel mit Verschmutzungsrechten die Schwerindustrie vertrieben  in Länder ohne ähnlich strikte C02-Auflagen. Dem Welt-Klima wäre damit nicht gedient, den Arbeitnehmern in Deutschland auch nicht. Der Streit zeigt vor allem eins: Ohne ehrgeizige internationale Abkommen gleicht Europas Kampf gegen die globale Erwärmung einem gegen Windmühlen. Die Gemeinschaft geht in Vorleistung: Der neue US-Präsident Obama hat angekündigt, den Emissionshandel ebenfalls einzuführen. Der Druck Europas könnte ihm helfen.

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