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Rheinische Post: Auto-Dilemma

    Düsseldorf (ots) - von Thomas Reisener

    Mit ihrer Forderung nach 34 Milliarden US-Dollar Staatshilfe haben die US-Autobauer Chrysler, General Motors und Ford einen traurigen Weltrekord aufgestellt. So verzweifelt und unverschämt hat sich zuvor noch nie ein Weltkonzern entblößt. Die Frage, ob der US-Senat die Hilfe gewährt, hat wegen der gigantischen Größe der Bittsteller weltweite Folgen. Lässt er sie untergehen, wird nicht nur das Bruttosozialprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft einbrechen. Die Detonation könnte auch Hunderte von Zulieferern wie Delphi oder Continental wegfegen, die wiederum lebenswichtig auch für deutsche Autobauer sind. Aber vermutlich wird der neue US-Präsident Barack Obama die Milliarden fließen lassen. Er kann seine Amtszeit unmöglich mit dem sicheren Todesurteil für eine halbe Million amerikanischer Jobs beginnen. Das wäre der nächste Weltrekord. So viel Geld auf einmal hat auch noch niemand verbrannt. Denn es wird GM und Chrysler nicht mehr helfen. Speziell diese beiden Konzerne brauchen noch mehr als Geld neue Modellpaletten. Und für deren Entwicklung reicht die Zeit nicht mehr. Also werden sie die Fördermilliarden in Rabatte auf ihren technisch völlig veralteten Bestand stecken. Das wird ihren Konkurs verzögern, aber nicht verhindern.

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