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Rheinische Post: Piraten-Plage Kommentar VON HELMUT MICHELIS

    Düsseldorf (ots) - Die Piraterie ist längst ein schwarzer Wirtschaftszweig wie die Mafia geworden: Die Entführer machen Milliardengewinne. So können sie sich immer besser rüsten; inzwischen gibt es täglich Meldungen über Angriffe. Mit der Entführung des Supertankers "Sirius Star" in der Größe eines Flugzeugträgers haben die Überfälle jetzt eine neue Dimension erreicht. Kein Schiff scheint mehr sicher. Wo die gekaperten Frachter liegen, wer die Piraten sind, dies alles ist aufgeklärt. Doch ein Angriff auf sie wird bisher vermieden, nur Briten und Dänen griffen im Alleingang Piratenschiffe an. Deutschland bewegt sich ohnehin erneut auf einem Sonderweg, der international keine Sympathiepunkte bringt: Strafverfolgung auf See sei Polizeisache. Also haben die zwei deutschen Schiffe die Anti-Piraten-Flotte der Nato verlassen und machen Hafenbesuche. Immerhin ist eine Piratenabwehr in Nothilfe möglich, wie der gestrige Einsatz der Fregatte "Karlsruhe" zeigte. Doch die Entführung der "Sirius Star" erhöht den Druck auf die internationale Gemeinschaft, endlich mehr zu tun. Auch die deutsche Politik wird schnell den Weg freimachen müssen für eine aktive Bekämpfung der Piraterie. Denn Deutschland ist besonders abhängig von sicheren Seehandelswegen.

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