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Rheinische Post: Erfolgreiche Kultur

    Düsseldorf (ots) - Von Lothar Schröder

    Man könnte zum zehnjährigen Bestehen dieses Amtes prima über die Erfindung des deutschen Kulturstaatsministers herziehen und fragen: Warum sich die Kulturförderung des Bundes derart auf Berlin konzentriere, warum die auswärtige Kulturpolitik hingegen das Außenministerium verantworte und weshalb zum größten Teil der Erhalt einer Kultur gefördert werde, die zur Hinterlassenschaft aus vorrepublikanischer Zeit zählt. Die Antwort darauf ist erstaunlich einfach. In diesem unscheinbaren Amt kommt in hoher Dichte zusammen, was - und mag es noch so pathetisch klingen - deutsche Identität ausmacht. Zu seiner Erfolgsgeschichte gehört, dass sich in Deutschland zentrale und föderale Kulturpolitik endlich miteinander ausgesöhnt haben. Es gibt keine Bundeskultur oder Hauptstadtkultur, wohl aber Erinnerungen sowie das Gedächtnis einer Nation, das zu bewahren auch für die Bürger keine Frage von Fördertöpfen ist. Der Brand der Weimarer Anna Amalia Bibliothek von 2004 und ihr glanzvoller, vom Bund wie von der Bevölkerung getragene Wiederaufbau ist ein Hoheitszeichen unseres Staates. Auch darum ist das Amt des Kulturstaatsministers weit gewichtiger als es viele Minister am Kabinettstisch vielleicht wahrhaben wollen.

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