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Rheinische Post: Kommentar: Vollbremsung hilft der Bahn

    Düsseldorf (ots) - Selbst Leuten mit einem kleineren Ego, als es Bahnchef Hartmut Mehdorn besitzt, fällt es bisweilen sehr schwer, ihre Planung der veränderten Lage anzupassen. Ein schönes Beispiel für diese Verblendung lieferten nach der Bayern-Wahl Erwin Huber und Günther Beckstein ab. So klar, wie das Wahl-Desaster einen personellen Neuanfang erforderte, so klar verbietet die Finanzkrise einen Börsengang der Bahn. Auch wenn das Zähneknirschen Mehdorns vermutlich im gesamten Bahn-Tower am Potsdamer Platz zu hören war  die Bundesregierung als Vertreter des Eigentümers  des Steuerzahlers  hat zu Recht die Privatisierung von knapp 25 Prozent des Schienen- und Straßengüter- sowie des Personenverkehrs vorerst abgeblasen. Die Erwartungen, was der Verkauf dieses Anteils an der Börse erbringen würde, waren in den vergangenen Monaten beständig gesunken. Von acht auf fünf, dann vier Milliarden Euro. Angesichts der übernervösen Anleger hätte sich ein Start zum jetzigen Zeitpunkt weder für den Bundeshaushalt noch für die Bahn selbst gelohnt. Hartmut Mehdorn muss deshalb tun, was ihm am schwersten fällt: Er muss sich gedulden. Der Vertrag des 66-Jährigen läuft noch bis 2011. Er hat also noch die Chance, sich seinen unternehmerischen Traum einer börsennotierten Deutschen Bahn zu erfüllen.

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