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Rheinische Post: Kluge CSU-Wahl

    Düsseldorf (ots) - von Reinhold Michels

    In Schillers "Tell" heißt es, der Starke sei am mächtigsten allein. Die geschwächte CSU richtet sich danach. Sie legt die Macht, die sie zu vergeben hat an der Spitze von Regierung und Partei, auf die Schultern eines Mannes: Horst Seehofer. Wer sich des schwierigen, manchmal belasteten Verhältnisses zwischen der CSU und ihrem künftigen Vormann erinnert, ahnt, wie arg es um die bayerische Union stehen muss. Sie verschreibt sich einem bundespolitischen Schwergewichtler, der die Mitglieder der CSU-Landtagsfraktion, die ihn heute auf den Schild heben und am 27. Oktober wählen werden, oft spüren ließ, dass er sie für bestenfalls Mittelgewichtler hält. Objektiv betrachtet hat sich die CSU für den derzeit Fähigsten entschieden. Seehofers Mitbewerber aus der Landespolitik, die versierten Minister Goppel und Herrmann, mochten gute Gründe haben, als sie ein paar Tage zu lang für sich und ihre Idee fochten, CSU-Vorsitz und Ministerpräsidenten-Amt personell voneinander zu trennen. Mehr jedoch spricht dafür, die verbliebene Kraft zu bündeln und auch so die unglücklich agierende Doppelspitze Huber/Beckstein vergessen zu machen. Wie so häufig in der Parteien-Demokratie hat die sogenannte Basis ein gutes Gespür dafür, was die Situation erfordert.

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