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Rheinische Post: Lufthansa in Not Kommentar VON THOMAS REISENER

    Düsseldorf (ots) - Die Lufthansa gehört zu den besten Fluggesellschaften der Welt. Service und Pünktlichkeit stimmen  und sogar die Kasse ist voll. Das ist selten in diesen Tagen, in denen die Fluggesellschaften weltweit zu Dutzenden Pleite gehen, weil die meisten auf die explodierten Treibstoffkosten und die Überkapazitäten am Himmel keine Antwort haben. Aber gegen solch ein Gewerkschafts-Chaos im eigenen Haus kommt auch ein gutes Management nicht an: Mit Verdi, Cockpit und UFO buhlen gleich drei Organisationen um die Lufthansa-Mitarbeiter, überbieten sich im Wettbewerb mit immer übertriebeneren Gehaltsforderungen. Und weil jede ernst genommen werden will, sind die Fäuste schnell geballt. Bitter für ein Unternehmen wie die Lufthansa, das mit Streiks besonders leicht erpressbar ist. Die ständige Neugründung von Mini-Gewerkschaften, die wie der Marburger Bund (Ärzte), die GDL (Lokführer) oder Cockpit (Piloten) doch nur Spezialinteressen vertreten, ist schädlich. Unsere Demokratie ist auf die Bündelung von Interessen angewiesen, weil in großen Gruppen sonst nicht verhandelt werden kann. Im Bundestag gibt es deshalb die Fünf-Prozent-Hürde. Etwas ähnliches sollte das Arbeitsrecht für neue Gewerkschaften vorschreiben.

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