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Rheinische Post: Der eiskalte Senator Kommentar VON SVEN GÖSMANN

    Düsseldorf (ots) - Draußen sind es 30 Grad, doch aus Richtung Berlin weht ein eisiger Wind durch Deutschland: "Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können", ruft der Berliner SPD-Finanzsenator Thilo Sarrazin allen zu, die über hohe Energiepreise stöhnen und Sozialtarife bei Strom, Öl und Gas fordern. Muss man sich über Sarrazin aufregen? Nein. In der Sache liegt der Senator gar nicht so falsch, wenn er das überzogene Anspruchsdenken gegenüber dem Staat und damit uns Steuerzahlern geißeln wollte. Niemand muss im nächsten Winter erfrieren, obwohl die hohen Energiepreise natürlich eine große Belastung gerade für Mittelschichtfamilien darstellen. Nicht jede Einschränkung an der ein oder anderen Stelle ist aber eine Vorstufe der Armut. Muss man sich über Sarrazin aufregen? Ja. Er wählt die kalte, gedankenlose Sprache des Technokraten, der keine Differenzierung kennt, für seine Botschaften. Es ist auch diese Sprache, die zu einer Entfremdung zwischen Regierenden und Regierten führt. Sie ist Wasser auf die Mühlen der Lafontaine-Populisten. Denn sie nährt den Verdacht vieler, dass die etablierte Politik drückende Alltagsprobleme der Bevölkerung nicht mehr versteht.

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