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Rheinische Post: Über den Wolken

    Düsseldorf (ots) - Von Anja Ingenrieth

    Wie himmlisch schizophren ist dieses Europa: Da feiert es am Boden die grenzenlose Schengen-Freiheit, während über den Wolken nationale Hoheits-Ansprüche den Verkehr behindern. Im Schnitt legen Passagiere bei jedem Flug 50 Kilometer Umweg zurück, sind 15 Minuten länger als nötig unterwegs. Und das nur, weil die EU-Staaten sich an einen ineffizienten Kontroll-Flickenteppich klammern, statt ihre Luftsicherung zusammenzufassen. Dabei bringt mehr Einheit in Europas Himmel Vorteile für alle: Die Airlines sparen Milliarden an Kerosinkosten, können Flüge billiger machen. Passagiere kommen pünktlicher ans Ziel. Und die Umwelt wird mit jährlich 16 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger verpestet. Gerade deshalb ist das Ganze eine Frage der Glaubwürdigkeit. Die EU hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt, die Bürger und Industrie belasten. So sollen auch Airlines künftig Verschmutzungs-Zertifikate kaufen - was die Ticketpreise steigen lässt. Wer das befürwortet, darf nicht gleichzeitig C02-Sparpotenziale von zehn Prozent pro Flug ungenutzt lassen, die durch Miss-Management über den Wolken entstehen. Sonst entfernt sich das Eliten-Europa der nationalen Eitelkeiten noch mehr von der Basis.

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