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Rheinische Post: Irrweg Frührente Kommentar VON ALEXANDER VON GERSDORFF

    Düsseldorf (ots) - Mit aller tarifpolitischer Gewalt beharrt die IG Metall auf der Beibehaltung der von Staat und Unternehmen finanzierten Altersteilzeit, die nichts als eine verkappte Frührente ist. Statt in Ruhe mit den Arbeitgebern zu verhandeln, inszeniert die Gewerkschaft streikähnliche Situationen mit Schwerpunkten in NRW und Baden-Württemberg. Die Idee, verdiente Beschäftigte ein paar Jahre früher in Rente zu schicken, um für Azubis Platz zu machen, mag in den 90er Jahren noch halbwegs Berechtigung gehabt haben. Für eine alternde Gesellschaft mit erfreulich steigender Lebenswerwartung passt sie nicht mehr in die Landschaft. Künftig werden alle gebraucht, ob jung oder alt. Psychologische Aspekte sind dabei noch gar nicht berücksichtigt: Nicht jeder ist in der Lage, zusätzliche Rentnerjahre mit Aktivität und Kreativität zu füllen. Wenn die Altersteilzeit wie geplant Ende 2009 ausläuft, sind allerdings auch die Arbeitgeber in der Pflicht. Ihre große Verantwortung ist es, mehr für Qualifizierung, Weiterbildung, und Abwechslung am Arbeitsplatz zu tun. Die Gewerkschaften sollten die Unternehmen lieber dazu bringen, mehr in ihre Beschäftigten zu investieren, statt darin, sie so früh wie möglich loszuwerden.

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