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Rheinische Post: Steinmeier, der Zauderer

    Düsseldorf (ots) - Von Thomas Seim

    Es wird Zeit. Für die SPD, für deren Kanzlerkandidaten und also auch für Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Die gefühlte Wirklichkeit ist wieder einmal viel weiter als die deutsche Sozialdemokratie und treibt diese vor sich her: Niemand - auch in der SPD nicht - glaubt noch ernsthaft an einen Kanzlerkandidaten, der den Namen des SPD-Vorsitzenden Beck trägt. Dass die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles von einem möglichen Kanzler Beck spricht, der ihr am liebsten sei, ist nur eine Mischung aus Ablenkungsmanöver und Taktik: Die der SPD-Linken zuzurechnende Nahles will eine Gegenleistung für ihre Zustimmung zu einem Kanzlerkandidaten Steinmeier, der für den SPD-Reformflügel und für die Schröder-SPD steht. Warum also zögert der SPD-Vize? Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass sein Abwarten bis in den Herbst die SPD oder ihn selbst stärker machen könnte. Im Gegenteil: Steinmeiers Attacke auf den Vorschlag des (SPD-)Umweltministers Gabriel, eine Pendlerpauschale für Geringverdiener einzuführen, zeigt, dass sein Zaudern schon ein Machtvakuum hinterlässt. Sicher: Niemand tritt gern zur Wahl an, wenn die Aussichten gering sind. Als zupackender Politiker aber wäre Steinmeier immerhin eine Alternative, mit der die Kanzlerin rechnen müsste. Als Zauderer dagegen ist er von Beginn an chancenlos.

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