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Rheinische Post: Peking will reden

    Düsseldorf (ots) - von Godehard Uhlemann

    Noch ist offen, ob die chinesische Bereitschaft zum Dialog mit dem Dalai Lama nur Taktik oder eine echte Suche nach einem Lösungsansatz ist. Der internationale Druck auf die Führung in Peking, die Tibet-Krise nicht weiter eskalieren zulassen und damit die Olympischen Spiele zu belasten, hat offensichtlich gefruchtet. Peking kann es sich nicht leisten, bis zu den Spielen im August international am Pranger zu stehen. Es will nicht in die Geschichtsbücher eingehen als autoritärer Gastgeber, der Proteste, Meinungen und Glaubensäußerungen unterdrückt und niederknüppelt. Pekings Dialogbedingung, der Dalai Lama müsse von allen Unabhängigkeitsbestrebungen Tibets Abschied nehmen, läuft ins Leere. Das geistliche Oberhaupt aller Tibeter erklärt schon seit langem, es gehe ihm nicht um Separatismus, sondern um die Autonomie für seine Landsleute. Und genau da liegt die Crux. China tut bisher alles, um diese kulturelle Identität der Tibeter zu zerstören und sie damit von ihrer Geschichte zu lösen. Das muss aufhören. Die Ankündigung eines Dialogs ist Grund zur Hoffnung. Mehr nicht. Die Führung in Peking muss beweisen, dass sie andere Meinungen ertragen kann, ohne China in seinem Bestand gleich in Gefahr zu sehen. Bericht: China geht auf Dalai Lama zu, Seite A6

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