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Rheinische Post: Koch wieder im Spiel Kommentar VON REINHOLD MICHELS

    Düsseldorf (ots) - Dass Roland Koch nach einem desaströsen Absturz (minus 12 Prozentpunkte) bei der hessischen Landtagswahl politisch wieder im Spiel ist, zeigt dreierlei: Zum einen die Kurzlebigkeit politischen Geschehens. Zum anderen die Überlebensfähigkeit des Christdemokraten, dessen Nervenstärke und Kaltblütigkeit ihm im Urteil des Wahlvolks Bonus und Malus zugleich sind. Schließlich ist es das Ungeschick der vor der Wahl klug, hernach linkisch agierenden Koch-Herausforderin Andrea Ypsilanti. Sie wollte Hessen als SPD-Ministerpräsidentin in eine wolkige "Soziale Moderne" führen, kam aber schon bei den Auftakt-Schritten vom geraden Wege ab. Koch, beflügelt von wieder besserer Demoskopie, demonstrierte in seiner ersten Regierungserklärung als nur noch geschäftsführender Ministerpräsident, dass er das Gesetz des Handelns maßgeblich mitbestimmen will. Vor allem zeigte er seinen Willen, die bislang bekämpften Grünen mit einer Öko-Offensive so zu umgarnen, dass es fast nach Stalking aussieht. Koch will seine Wahlscharte als Architekt der ersten Jamaika-Koalition auswetzen. Dieser Weg wird kein leichter sein, aber Koch wird ihn mit Lockangeboten auslegen, welche die Grünen vielleicht an Wandel durch Annäherung denken lassen.

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