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Rheinische Post: Christen: verfolgt, unterdrückt Kommentar VON SVEN GÖSMANN

    Düsseldorf (ots) - Es waren klare Worte, die der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, in seiner Karfreitagspredigt wählte. Eindringlich schilderte er die schwierige Lage der Christen im Irak. In einer von islamistischen Fanatikern beherrschten, feindlichen Umgebung müssen sie um ihr Leben fürchten, an eine freie Ausübung ihrer Religion ist nicht zu denken. Erst vor wenigen Wochen etwa wurde der chaldäisch-katholische Bischof von Mossul verschleppt und ermordet. Fünf Jahre nach dem Einmarsch der Alliierten in Bagdad hat sich ein Klima der Angst verfestigt. Die Ablösung des Terrorregimes von Saddam Hussein führte die Christen im Irak nicht in die Freiheit, sondern nur in eine neue, noch weniger kalkulierbare Welt der Unterdrückung. Die Truppen der USA und ihre Verbündete können sie letztlich, eine bittere Erkenntnis, nicht ausreichend schützen. Nicht nur im bürgerkriegsgeschüttelten Irak, den man sonst als Ausnahmefall betrachten könnte, ist es nicht weit her mit der in hiesigen Fernseh-Talkrunden wohlmeinend beschworenen Toleranz des Islam. Die islamische Welt gibt sich häufig unversöhnlich, Christen haben auch in arabischen Ländern oder in Indonesien Repressionen zu fürchten. Selbst in der weitaus mehr dem Westen zugewandten, sich trotz ihrer konservativ-fundamentalen Regierung laizistisch gebenden Türkei müssen Christen Verfolgung, mitunter gar den Tod fürchten. Der Bau von Kirchen am Bosporus ist immer noch unmöglich, während hierzulande die Moscheetürme in den Himmel sprießen. Zwar werden auch in Deutschland die Gebetshäuser  ob in Köln oder Moers  kontrovers diskutiert. Dass die hier lebenden Millionen Muslime aber Anspruch auf angemessene Orte der Religionsausübung haben, wird von keinem ernstzunehmenden Kopf in Frage gestellt. Nur einen Teil dieser Toleranz für das Christentum in der Türkei und in der muslimischen Welt zu finden, ist ein Wunschtraum. So ist es kein Wunder, dass Papst Benedikt XVI. in den Meditationen des Kreuzweges in diesem Jahr um Kraft für die verfolgten Christen betete und an die Mächtigen der Erde appelliert, sich für die Religionsfreiheit einzusetzen. Die Meditationen schrieb auf ausdrücklichen Wunsch des Papstes der Kardinal von Hongkong. Ein Zeichen, wie sehr sich Benedikt um die Zustand religiöser Toleranz in aller Welt sorgt. Leider hat er allen Grund dazu. Unablässige Mahnungen an die, die Verantwortung tragen, sind deshalb Pflicht. Diese Mahnungen mögen die Feinde der Freiheit und damit des Christentums wenig beeindrucken, sie können aber helfen, die Politiker und Wirtschaftsführer des Westens an ihre Verpflichtung zu erinnern, für die Menschenrechte mit Worten und Taten einzutreten. Die Religionsfreiheit gehört zu deren wichtigsten Bestandteilen.

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