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Rheinische Post: Ziel im Irak verfehlt

    Düsseldorf (ots) - Von Frank Herrmann

    Zwei Tage lang hat David Petraeus Bericht erstattet, erst im Repräsentantenhaus, dann im Senat. Neben dem blitzgescheiten General saß Ryan Crocker, der US-Botschafter im Irak, ein Orientexperte, der fließend Arabisch spricht. Nein, man kann nicht sagen, dass inkompetente Wichtigtuer die USA in Bagdad vertreten. Zumindest personell hat man Lehren gezogen. Die fatale Mischung aus Unkenntnis und Arroganz, wie sie typisch war für Kriegsherren vom Schlage Donald Rumsfelds, sie scheint Vergangenheit. Kein Wunder, dass mancher in Washington erleichtert applaudiert. Aber man mache sich bitte nichts vor. Eine optimistisch klingende Momentaufnahme bedeutet nicht, dass sich das Blatt schon gewendet hat. Ein paar taktische Erfolge bedeuten nicht, dass die Strategie Erfolg haben wird. Als Bush im Januar zusätzliche Truppen nach Bagdad entsandte, machte er klar, worin der Sinn der Verstärkung bestand. Die GIs sollten das Chaos in Bagdad in den Griff bekommen, Iraks zerstrittene Politiker sollten die Atempause nutzen, um Kompromisse zu schmieden. Passiert ist nichts davon, weshalb man nur nüchtern feststellen kann: Ihr politisches Ziel hat die Truppenaufstockung bislang verfehlt.

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