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Weser-Kurier: Über Lürssens Chancen mit Blohm+Voss schreibt Philipp Jaklin:

Bremen (ots) - Wenn auch die Bremer mit den Hamburgern ansonsten wenig versöhnen kann (und vice versa) - dieses Geschäft vermag es zu tun. Die Lürssen-Werft kauft die zuletzt eher vor sich hindümpelnde Traditionswerft Blohm+Voss und bewahrt sie damit womöglich vor großem Ungemach. Selbst den traditionell siegessicher auftretenden Elbanrainern dämmert es: Es gibt Fälle, da retten Bremer Hamburger. Es gibt wenig Zweifel daran, dass diese Übernahme beiden Hansestädten nützt, dem Norden und dem Werftenstandort Deutschland insgesamt. Der Lürßen-Clan erhält neue Schlagkraft im Reparatur- und Ausrüstungsgeschäft auch bei ganz großen Schiffen, zudem möglicherweise wertvolles Know-how im Marineschiffbau. Blohm+Voss kann sich aus den Fängen eines Finanzinvestors befreien, für den letztlich die Rendite zählt. Dass die Hamburger Traditonswerft einen strategischen Investor, der vom Werftgeschäft etwas versteht, dringend braucht, haben die vergangenen Jahre gezeigt. Mehrere Eigentümerwechsel taten dem Unternehmen alles andere als gut. Nun haben Friedrich und Peter Lürßen die Chance, dieser ähnlich eingeführten Adresse im Schiffbau, wie ihr eigenes Unternehmen es ist, wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Damit geht viel Verantwortung einher - zumal die Bremer Werft erst noch unter Beweis stellen muss, dass sie in der Lage ist, einen so deutlich angewachsenen Verbund mit unternehmerischem Geschick zu führen. Wenn es gelingt, geht der gesamte heimische Schiffbau gestärkt daraus hervor. Und zumindest in der Vergangenheit haben die Lürßens bewiesen, dass sie ein Händchen dafür besitzen, im harten globalen Konkurrenzumfeld mit Schiffen aus norddeutscher Produktion zu bestehen.

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