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Weser-Kurier: Über die Kandidatur von Uli Hoeneß schreibt Milan Jäger (WESER-KURIER):

Bremen (ots) - Jetzt ist es also soweit: Uli Hoeneß ist wieder da. Gut okay, der Attacken-Bayer kandidiert erst im November als Präsident seines Lebenswerks, des FC Bayern. Hoeneß' Kandidatur ist aber nur Formsache, sein Statthalter Karl Hopfner wird nicht zur Wahl antreten. Überraschend kommt das alles nicht. Aber in Ordnung ist es deshalb noch lange nicht. Natürlich bietet diese Geschichte, in deren Zentrum mindestens 28,5 Millionen Euro stehen, wegen deren Hinterziehung Hoeneß' seinerzeit verurteilt worden war, genügend Grund zur berechtigten Aufregung. Die Frage, welcher normale Arbeitnehmer nach der Verbüßung seiner Haftstrafe wieder an seine frühere Stelle zurückkehren dürfte, könnte schon gestellt werden. Auch darf man daran erinnern, dass es heißt: "Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt." Der FC Bayern sendet aber genau dieses Signal aus: "Steuerhinterziehung? Ach egal, der Hoeneß, Uli hat doch so viel Gutes für uns alle getan. Außerdem hat er doch seine gerechte Strafe bekommen." Letzteres stimmt natürlich. Dennoch bleibt der Eindruck, dass an der Säbener Straße mit einem anderen Maß gemessen wird, als anderswo in der Republik. Und das ist schlecht.

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