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Weser-Kurier: Philipp Jaklin über die Lloyd-Werft und Bremerhavens Hoffnungen aufs große Kreuzfahrtschiff-Geschäft

Bremen (ots) - Ritter oder

Reinfall?

Was bleibt überhaupt noch übrig von Bremerhavens Hoffnungen aufs große Kreuzfahrtschiff-Geschäft? Nicht nur, dass der malaysische Genting-Konzern seine neuen Schiffe komplett an der Ostsee bauen lassen will; auch beim Design bleibt die Seestadt wohl außen vor. Spezialisten aus Finnland übernehmen den Job, nachdem die Lloyd-Werft zuvor eigens neue Ingenieure eingestellt hatte. Jetzt droht dort Kurzarbeit.

Das mag Erinnerungen wecken an andere Fälle mutmaßlicher "Weißer Ritter", deren Versprechen sich im Nichts auflösten. Rheinland-Pfalz erlebte einen solchen Reinfall mit dem Flughafen Hahn; ein angeblicher Investor aus China entpuppte sich als Luftnummer. Doch in diese Kategorie lässt sich Genting-Chef Tan Sri Lim Kok Thay nicht einordnen. Im Gegenteil. So bitter das für Bremerhaven ist - die Zielstrebigkeit, mit der Genting derzeit Know-how bündelt und einkauft, zeigt, wie ernst er es meint.

Genting holte den ausgewiesenen Branchenexperten Jarmo Laakso als Geschäftsführer seiner Ostsee-Werften an Bord, der das Geschäft auch von der Meyer-Werft in Papenburg kennt. Dass der den gesamten Neubau in Mecklenburg-Vorpommern konzentiert, ist unternehmerisch nachvollziehbar. Ebenso, zwei rennomierte Designbüros in Finnland zu beauftragen. Genting steht unter Zeitdruck, man kann nicht erst "üben".

Eines indes fordern die Beschäftigten in Bremerhaven zurecht ein: Der Investor muss für Klarheit sorgen, welche Pläne er für die Lloyd-Werft hat. Ob er welche hat. Dies sollte die Belegschaft bald erfahren.

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