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Weser-Kurier: Leitartikel von Susanne Güsten über den Anschlag in Istanbul

Bremen (ots) - Für die Türkei bildet die Gewalttat eine Herausforderung, die neu ist für das Land: Eine Terrororganisation aus dem Nachbarland sagt Ankara den Kampf an. Vieles deutet darauf hin, dass der Anschlag vom Dienstag nicht der letzte war. Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdogan sagen, die Bedrohung durch Daesch sei auch eine Folge eines Schmusekurses, den Ankara zumindest eine Zeit lang fuhr, um die Extremisten von just solchen Gewalttaten abzuhalten, wie Istanbul sie nun erlebt. Auch westliche Diplomaten werfen der türkischen Führung vor, zumindest vorübergehend geglaubt zu haben, extremistische Gruppen in Syrien als Werkzeug im Kampf gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad benutzen zu können. Ankara weist dies zurück, doch Zweifel bleiben. Fest steht, dass der Syrien-Krieg den Bosporus erreicht hat. Daesch hat sich die Eroberung Istanbuls auf die Fahnen geschrieben und fordert den türkischen Staat heraus. Dem Land, das ohnehin bereits durch einen wieder aufgeflammten Kurdenkonflikt erschüttert wird, stehen schwere Zeiten bevor. Möglicherweise ergibt sich aus dem Schock des Anschlags aber auch eine neue Bereitschaft der Türkei, enger mit den westlichen Verbündeten zusammenzuarbeiten. Premier Davutoglu kündigte nach dem Anschlag an, Daesch solle von der türkisch-syrischen Grenze zurückgedrängt werden. Man kann sich fragen, warum das bisher noch nicht geschehen ist. Doch man kann auch hoffen, dass die Türkei und ihre Partner jetzt energischer vorgehen werden.

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