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Weser-Kurier: Kommentar von Peter Voith über das Urteil gegen den Todesfahrer von Ihlpohl

Bremen (ots) - Was sich in den frühen Morgenstunden des Ostersonntags tatsächlich an der Ihlpohler Diskothek Arena abgespielt hat - letzte Klarheit darüber hat die Beweisaufnahme vor dem Landgericht Verden nicht gebracht. In einem normalen Strafprozess weiß mindestens einer, was vorgefallen ist: der Täter. Doch womöglich weiß das angesichts seiner Trunkenheit nicht mal mehr der. Wollte der 24-Jährige den 21-Jährigen tatsächlich vorsätzlich überfahren (wie die Staatsanwaltschaft zunächst annahm) oder war es "nur" ein tragischer Unfall (wie der Angeklagte Glauben machen wollte)? Zwischen diesen Polen hatte das Gericht die Ergebnisse der Beweisaufnahme zu werten. Am Ende steht nun ein Urteil: drei Jahre Haft und zwei Jahre Führerscheinentzug wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht. Die Richter haben notgedrungen statt der Wahrheit nur die Mitte gefunden zwischen den Forderungen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Wohl auch in der Hoffnung, dass beide Seiten das Urteil akzeptieren. Und in dem Bewusstsein, dass letztlich die ganze Wahrheit nicht zu ermitteln ist, weil sie womöglich keiner mehr kennt.

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