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Weser-Kurier: Über Merkel in Heidenau schreibt Norbert Holst:

Bremen (ots) - Der SPD-Chef war schon da. Nun hat auch die Kanzlerin endlich den Weg nach Heidenau gefunden. Der war überfällig: Bereits Freitagabend flogen dort Böller, Flaschen und Steine in Richtung Flüchtlingsheim. Und kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendwo in Deutschland eine Notunterkunft in Flammen aufgeht. Schon lange hatte die Opposition Merkel aufgefordert, endlich Flagge zu zeigen. Im Internet hagelte es Proteste. Hashtag: #merkelschweigt. Wer sie kennt, der weiß, dass sie dieses Thema nicht kalt lässt. Doch manchmal steht sich die Kanzlerin mit ihrer Passivität selbst im Weg. In Heidenau findet sie klare Worte gegen den Mob, der ihren Auftritt mit dem Nazi-Unwort "Volksverräter" quittiert. Sie solidarisiert sich mit den Schwachen, aber starke Worte bleiben aus. Sie spricht von einer Herausforderung - ohne zu sagen, wie sie gemeistert werden kann. Chance vertan. Es fehlt die Botschaft, um "Dunkeldeutschland" (Bundespräsident Gauck) etwas entgegenzusetzen. Etwa so: Ein Land, dass die Folgen des Zweiten Weltkriegs, die Lasten der Wiedervereinigung und die Finanzkrise 2008 gewuppt hat, wird durch eine Flüchtlingswelle nicht aus den Angeln gehoben.

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