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Weser-Kurier: Kommentar von Ralph Schulze zum Flüchtlingsdrama

Bremen (ots) - Der Horror im Mittelmeer geht weiter, und niemand scheint in der Lage, dieses Drama aus Verzweiflung und Tod zu stoppen. Immer mehr Flüchtlinge aus Kriegs-, Krisen- und Armutsregionen versuchen, in überfüllten Booten übers Meer nach Europa zu kommen. Und immer mehr sterben dabei. Mit der jüngsten Tragödie vor der libyschen Küste, bei der Schätzungen zufolge 400 Flüchtlinge umgekommen sein sollen, sind seit Jahresbeginn schon annähernd 1000 Migranten bei der gefährlichen Fahrt übers Mittelmeer ertrunken. Und die Hochsaison auf dieser Fluchtroute, die im Sommer besonders stark genutzt wird, hat noch nicht einmal begonnen. Wie hilflos Europa mit dieser humanitären Herausforderung umgeht, zeigte sich auf der Mittelmeer-Konferenz der Außenminister Anfang dieser Woche in Barcelona: Es gab zwar viele beschwörende Worte, aber wenig konkrete Vorschläge. Folgendes ist jetzt gefordert: eine gemeinsame und würdige Flüchtlingspolitik, die EU, Transit- und Herkunftsstaaten gleichermaßen in die Pflicht nimmt. Die auch den Versuch einer Steuerung der bislang unkontrollierten Zuwanderung - die Europas Bürger besorgt - ins Auge fasst. Und die vor allem das Massensterben im Mittelmeer nicht als tragischen Kollateralschaden, sondern als Prüfstein für die Menschlichkeit ansieht.

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