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Weser-Kurier: Zur Lage in Tunesien schreibt Ralph Schulze:

Bremen (ots) - Der Reformprozess in Tunesien, wo der arabische Frühling vor vier Jahren begann, gilt als hoffnungsvolles Modell für die gesamte arabische Welt. Während andere Revolutionsländer wie Libyen, Ägypten oder Syrien in Chaos und Gewalt versanken, bewies das tunesische Volk, dass islamische Kultur und demokratischer Wandel kein Widerspruch sein müssen. Das Attentat führt nun vor Augen, wie gigantisch die Herausforderungen der Einheitsregierung von Ministerpräsident Habib Essid noch sind. Dazu gehört zuvorderst der Kampf gegen den religiösen Fundamentalismus im Land, der durch die immer noch große Armut und hohe Arbeitslosigkeit einen reichhaltigen Nährboden findet. Die Geschichte lehrt, dass die beste Waffe gegen Extremismus und Terror immer noch der Ausbau von Demokratie, Rechtsstaat, sozialem Fortschritt und wirtschaftlichem Wohlstand ist. Auf diesem hürdenreichen Weg muss die EU das tunesische Volk tatkräftig unterstützen. Denn ein Scheitern des tunesischen Demokratieexperiments wäre ein verhängnisvolles Signal, mit dem die Hoffnung des arabischen Frühlings in der islamischen wie der westlichen Welt wohl endgültig untergehen würde.

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