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Weser-Kurier: Kommentar von Thorsten Waterkamp zur Olympia-Umfrage

Bremen (ots) - Für ein Feuer braucht es einen Funken, auch für ein olympisches. Richtig gezündet hat die Idee, eine Bewerbung für die Spiele 2024 in die Welt zu senden, bisher allerdings nicht. Die Zahlen, die die Forsa-Umfrage unter den Bürgern der Anwärterstädte Hamburg und Berlin hervorgebracht hat, sind alles andere als ein gutes Ergebnis. Im Gegenteil. Sie sind enttäuschend, auch für den vermeintlichen Sieger Hamburg. Denn die Erwartungen an Elbe und Alster waren deutlich größer als jene 64 Prozent Zustimmung, die es in der Befragung geworden sind. Tatsächlich hatten sich die Hamburger Macher mit ihrem kommunizierten Ziel von "70 plus X" in den Olymp geträumt - und ja, das wäre zweifellos ein brauchbares, ein belastbares Votum gewesen. Doch statt plus gab's minus - und frei Haus einige Zweifel, ob der Bürger bei Olympia wirklich mitspielt. Berlins Ergebnis dagegen ist nicht einmal mehr schönzudeuteln. Wenn nur etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung hinter einem Projekt steht, das am Ende doch von einer breiten Öffentlichkeit getragen werden muss, ist das eine Schlappe. Umkehrschluss gefällig? Fast die Hälfte der Berliner hält nichts von Olympischen Spielen an der Spree. Dem DOSB hat die Forsa-Umfrage statt einer Vorentscheidung eine Patt-Situation auf niedrigem Niveau beschert. Der Hamburger Vorsprung wird durch die Vorliebe großer deutscher Sportfachverbände für Berlin egalisiert, und eben diese Verbände sind es, die nächste Woche ihren Bewerber wählen. Die Forsa-Voten selbst - sowohl in Hamburg als auch in Berlin - werden dem DOSB indes ein Warnschuss sein. Die deutschen Olympier ahnen: So wird das nichts, so droht wieder ein Bewerbungsdesaster wie 2013 in München, als ein Bürgerentscheid kurzen Prozess mit der Kampagne machte. Das ist der Albtraum, den der DOSB unbedingt verhindern will. Am Ende entscheidet auch dieses Mal der Bürger, im Herbst in einem Bürgerentscheid. Und der kann das olympische Flämmchen ganz schnell auspusten. Ein erneutes Nein aber würde deutsche Ambitionen auf die Ausrichtung Olympischer Spiele für eine ganze Generation zerstören.

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