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Weser-Kurier: Zur Unterbringung der Bremer Problemflüchtlinge schreibt Peter Voith:

Bremen (ots) - Jetzt also doch. Jugendliche Flüchtlinge, denen weder mit polizeilichen noch pädagogischen Mitteln beizukommen ist, sollen weggesperrt werden. Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen hat den Hilferuf seines Polizeichefs Lutz Müller erhört - eine Zeitenwende. Zumal Bremen noch heute stolz darauf ist, Mitte der 80er-Jahre Geschichte geschrieben zu haben: Als erstes Bundesland öffnete es im Kloster Blankenburg die Tore für Langzeit-Psychiatriepatienten und löste die geschlossene Unterbringung auf. Dass der Vergleich mit gewalttätigen jungen Flüchtlingen hinkt, ist klar. Aber er zeigt, dass Bremen bisher eher auf pädagogische Hilfe und Fürsorge statt Wegsperren gesetzt hat. Kritiker mögen nun von Kinderknast sprechen, von einer Kapitulation der Hilfesysteme. So recht sie haben, so ist das Wegsperren als letztes Mittel doch ein Akt der Vernunft. Denn dass die meist afrikanischen Jugendlichen - viele mit einer von Gewalt geprägten Straßenkinder-Biografie - die gesellschaftliche Flüchtlingsdebatte bestimmen, darf nicht sein. So tut der rot-grüne Senat vor allem den Flüchtlingen einen Gefallen, die traumatisiert hier ankommen und nichts anderes wollen als Deutsch zu lernen und zu arbeiten. Und die stellen die riesengroße Mehrheit.

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