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Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Holling zur EZB-Entscheidung

Bremen (ots) - 60 Milliarden Euro - eine sechs mit zehn Nullen. So viel Geld will EZB-Chef Mario Draghi in den europäischen Wirtschaftskreislauf pumpen, um der Krise in der Eurozone zu begegnen. Und das jeden Monat - bis September 2016. Mehr als 1,1 Billionen Euro stehen ab März für den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen bereit. Reicht die Summe nicht aus, um die Wirtschaft der Eurozone in Fahrt zu bringen, könnten sogar noch mehr Mittel fließen, heißt es. Doch wird das nun beschlossene Programm mit dem klangvollen Namen Quantitative Easing (QE) die erhoffte Rettung bringen? Wenn alles gut geht, wird die Inflation auf ein normales Maß gebracht und die Exporte werden dank eines billigen Euros gestärkt. Doch die Probleme der Gemeinschaft können weder die Zentralbank noch ihre expansive Geldpolitik lösen. Gefordert ist die Politik Europas. Sie muss zukunftsfähige Reformen auf den Weg bringen, statt sich in kleinstaatlicher nationaler Wirtschaftspolitik zu ergehen. Zeit zum Handeln hat ihnen die EZB bereits mit früheren Programmen verschafft. Doch während die Verantwortlichen in Portugal, Spanien und Irland ihre Hausaufgaben gemacht haben, scheinen die Staatschefs in Rom und Paris noch immer zu glauben, dass die EZB es mit ihren Billionen schon irgendwie richten wird. Ein Irrglaube, der Europa noch teuer zu stehen kommen kann.

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