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Weser-Kurier: Zum Steuerabkommen schreibt Stefan Lakeband:

Bremen (ots) - Es erschüttert die Finanzwelt wie ein Erdbeben: 51 Staaten haben gestern das internationale Abkommen zum Austausch von Steuerdaten unterschrieben und wie im Vorbeigehen das Bankgeheimnis abgeschafft. Keine Steuer-CDs mehr, keine schwarzen Konten, keine dubiosen Stiftungen. Das ist der Plan. Ein sehr guter sogar. Es überrascht angenehm, wie schnell und wie umfassend sich die Finanzminister auf das Abkommen geeinigt haben. Selbst Steueroasen wie die Kaimaninseln, Singapur oder Liechtenstein machen mit. Wenn auch bestimmt nicht ganz freiwillig, sondern getrieben durch den Druck der internationalen Gemeinschaft. Denn der geht es ums Geld und um das Ansehen bei den Bürgern. Die Steuerskandale der vergangenen Jahre haben eines offengelegt: Teilweise über Jahrzehnte hinweg haben Reiche, Mächtige und Konzerne das System umgangen. Wenn dem jetzt durch den Informationsaustausch ein Riegel vorgeschoben wird, ist das für viele eine längst notwendige Genugtuung und ein Zeichen. Allerdings dürfen sich die Staaten nicht darauf ausruhen. Schon jetzt lässt das Abkommen Schlupflöcher. Und die Betreiber von Steueroasen werden alles daran setzen, noch weitere zu finden. Denn auch wenn das Abkommen ein Erdbeben war: Komplett zerstört sind die Steueroasen dadurch nicht.

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