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Weser-Kurier: Kommentar von Peter Hanuschke zum Banken-Stresstest

Bremen (ots) - Beim Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) sind 25 der 130 untersuchten Institute im Euroraum durchgefallen - ist das eine gute oder eine schlechte Quote? Egal, denn dieses Ergebnis ist ja eh nur vorläufig - die "angeschlagenen" Häuser haben nämlich die Möglichkeit, die geforderte Kapitaldecke innerhalb von neun Monaten aufzubringen. Vorausgesetzt, sie schaffen es - sind dann die 130 Banken, die 85 Prozent des europäischen Bankensektors abdecken, gegen künftige Finanzkrisen gewappnet? Das kann keiner beantworten. Und insofern ist der Stresstest zwar ein sinnvolles Druck-Instrument gewesen, um einfach eine höhere Eigenkapitalquote bei den Banken zu "erzwingen", aber letztlich keine Garantie, künftigen Krisen genügend Geld entgegenzusetzen. Der Stresstest ist wie ein Airbag im Auto: Er ist sinnvoll, weil er unbestritten die Sicherheit erhöht, aber schwere Verletzungen sind durch ihn auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Die Wirkung des Airbags kann bei einem schweren Unfall manchmal auch nicht mehr das Schlimmste verhindern. Und wie schwer ein Unfall in der Wirkung ist, hängt von vielen Faktoren ab: der eigenen Fahrweise, der der anderen und den Witterungsbedingungen. Die Banken täten gut daran, wenn sie sich nicht nur auf ihren Stresstest-Airbag verlassen würden.

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